Motorsportgeschichte wird wieder lebendig
Wenn beim Oldtimer Grand Prix am Nürburgring die Tourenwagen der Goldenen Ära auf die Strecke gehen, ist Gänsehaut garantiert. In diesem Jahr wartet auf die Fans jedoch ein ganz besonderes Highlight: Uwe Alzen steigt wieder aktiv in den historischen Rennsport ein und teilt sich gemeinsam mit Gerd Füller das Cockpit eines echten Publikumslieblings.
Gefahren wird jener legendäre Paulaner Opel Vectra STW mit der Startnummer 4 aus der Saison 1998. Genau mit diesem Fahrzeug schrieb Uwe Alzen einst selbst Motorsportgeschichte. 1998 fuhr er im Super-Tourenwagen-Cup hinter Johnny Cecotto und Laurent Aïello auf den dritten Platz der Meisterschaft. Unvergessen bleibt auch sein spektakulärer Auftritt am Hockenheimring, als er nach einer Kollision das Rennen ohne Fahrertür zu Ende fuhr.
Nun kehrt Alzen zurück in eines seiner ehemaligen Autos. Gemeinsam mit Gerd Füller bestreitet er beim BELMOT Oldtimer Grand Prix ein echtes Mammutprogramm: vier Rennläufe an einem Wochenende. Zwei Läufe in der Tourenwagen Goldenen Ära und zwei Läufe im hochkarätigen Super Touring Revival.
Für Fans klassischer Tourenwagen ist das ein Ereignis mit besonderer Strahlkraft. Für die Fahrer bedeutet es: maximale Konzentration, körperliche Belastbarkeit und ein hohes Maß an Erfahrung.
Die Herausforderung: Vier Rennen, ein historischer Tourenwagen und volle Belastung
Historischer Motorsport sieht für Zuschauer oft nostalgisch aus. Auf der Strecke ist er jedoch alles andere als gemütlich. Besonders Fahrzeuge wie der Opel Vectra STW verlangen ihren Piloten viel ab. Aus zwei Litern Hubraum leistet der Spiess-Motor knapp 300 PS. In Kombination mit der Fahrwerkstechnik von Holzer Motorsport entsteht ein präzises, direktes Rennfahrzeug, das volle Aufmerksamkeit fordert.
Gerade bei einem Einsatz über vier Rennläufe an einem Wochenende kommt es nicht nur auf fahrerisches Können an. Auch die körperliche Verfassung spielt eine wichtige Rolle. Nacken, Schultern, Arme und Rücken werden durch hohe Querkräfte, Bremsmanöver, Vibrationen und die konstante Anspannung stark beansprucht. Dazu kommen Hitze im Cockpit, mentale Belastung und die notwendige Reaktionsfähigkeit in engen Zweikämpfen.
Bei Uwe Alzen und Gerd Füller kommt ein weiterer Faktor hinzu: Beide Fahrer bringen enorme Erfahrung mit, sind aber gleichzeitig in einem sehr intensiven historischen Umfeld unterwegs. Die Fahrzeuge sind wertvoll, die Rennen emotional aufgeladen und das Starterfeld stark besetzt. Im Super Touring Revival werden rund 20 originale STW-Boliden aus verschiedenen Ländern erwartet. Dazu kommen weitere bekannte Namen und Fahrzeuge aus der Tourenwagen-Geschichte.
Kurz gesagt: Das Wochenende wird kein Schaulaufen, sondern echter Motorsport.
Medizinische Freigabe und Betreuung durch Rennarzt.de
Damit ein solches Rennwochenende sicher und professionell angegangen werden kann, ist die medizinische Einschätzung im Vorfeld ein wichtiger Baustein. Rennarzt Dr. Karl Schuster gab Uwe Alzen die medizinische Freigabe für den Einsatz.
Eine solche Freigabe bedeutet nicht nur, dass keine akuten medizinischen Bedenken bestehen. Sie ist auch Ausdruck einer verantwortungsvollen Vorbereitung. Gerade im Motorsport geht es darum, körperliche Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit und mögliche Risikofaktoren realistisch einzuschätzen. Denn wer im Rennauto sitzt, muss in Sekundenbruchteilen reagieren können und über die gesamte Renndistanz leistungsfähig bleiben.
Rennarzt.de begleitet Uwe Alzen bereits seit vielen Jahren. Umso schöner ist es, dass dieser Weg nun auch im historischen Rennsport weitergeführt wird. Wenn Alzen in ehemalige Rennfahrzeuge zurückkehrt, verbindet sich sportliche Geschichte mit moderner medizinischer Betreuung.
Dabei steht nicht nur der einzelne Einsatz im Mittelpunkt. Wichtig ist auch die nachhaltige Begleitung: Wie geht der Körper mit der Belastung um? Gibt es Beschwerden nach den Läufen? Wie gelingt die Regeneration zwischen den Rennen? Und wie kann der Fahrer optimal vorbereitet in die nächsten Einsätze gehen?
Diese Fragen gehören zu einer medizinischen Betreuung, die den Motorsport versteht.
Uwe Alzen: Eine Karriere voller Tempo, Präzision und Leidenschaft
Uwe Alzen zählt zu den profiliertesten deutschen Touren- und Sportwagenpiloten. Seine Karriere reicht von den Markenpokalen über DTM, ITC und STW bis hin zu internationalen Langstreckenklassikern.
Bereits Anfang der 1990er-Jahre feierte er große Erfolge im Porsche Carrera Cup und Porsche Supercup. Es folgten Einsätze in der DTM und ITC, Erfolge als bester Privatfahrer und später als Werksfahrer. In der STW-Ära wurde Alzen zu einem der prägenden Gesichter des deutschen Tourenwagensports.
Auch auf der Langstrecke setzte er Ausrufezeichen. Dazu zählen unter anderem der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps, Podiums- und Klassenerfolge in Le Mans sowie Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Bis heute steht sein Name für kompromisslosen Einsatz, fahrerische Klasse und eine besondere Verbindung zur Nordschleife.
Dass er nun wieder in historischen Rennfahrzeugen aktiv wird, ist für viele Fans weit mehr als nur eine Rückkehr. Es ist ein Stück gelebte Motorsportgeschichte.
Gerd Füller: Kämpfer mit Erfahrung und Fairplay
An der Seite von Uwe Alzen steht mit Gerd Füller ein erfahrener und leidenschaftlicher Pilot. Der Dachdeckermeister aus Stadtallendorf ist im Fahrerlager bestens bekannt und geschätzt. Seine motorsportlichen Wurzeln liegen unter anderem im Ford Escort Markenpokal. Später sammelte er in der Tourenwagen Goldenen Ära wichtige Erfahrung und hinterließ dort deutliche Spuren.
Füller gilt als harter, aber fairer Kämpfer. Sein Fahrstil ist eng, direkt und spektakulär. Genau das macht ihn für viele Fans so sehenswert. Gleichzeitig genießt er im Fahrerlager großen Respekt, weil bei aller Rennhärte der Sportsgeist im Vordergrund steht.
Dass die Kombination aus Füller, Alzen und dem Opel Vectra funktioniert, ist längst bewiesen. Bereits 2021 sicherten sich Uwe Alzen und Gerd Füller gemeinsam den Meistertitel in der Klasse für STW-Fahrzeuge im Rahmen der Goldenen Ära.
Vorfreude auf ein besonderes Rennwochenende
Die ersten Vorbereitungen für den Einsatz beim Oldtimer Grand Prix laufen bereits. Bei einem intensiven Vorgespräch in Montabaur wurden technische Details, organisatorische Abläufe und wichtige Optimierungen besprochen. Ziel ist klar: Das Team möchte das Maximum aus diesem außergewöhnlichen Vier-Rennen-Programm herausholen.
Gleichzeitig steht bei aller sportlichen Ambition ein wichtiger Gedanke im Raum: Die Fahrzeuge sollen hart, aber respektvoll bewegt werden. Oder wie es beim Treffen augenzwinkernd hieß: „Wir lassen alles heile.“
Für die Fans wird das Wochenende am Nürburgring ein echtes Tourenwagen-Spektakel. Der Klang der STW-Fahrzeuge, große Namen, originale Rennwagen und die besondere Atmosphäre des Oldtimer Grand Prix machen diesen Einsatz zu einem Highlight der Saison.
Rennarzt.de freut sich, Uwe Alzen auf diesem Weg weiterhin medizinisch zu begleiten, und wünscht ihm, Gerd Füller und dem gesamten Team ein erfolgreiches, faires und gesundes Rennwochenende.
Denn Motorsportgeschichte lebt nicht nur von Erinnerungen. Sie lebt von Menschen, die sie mit Leidenschaft, Erfahrung und Verantwortung weiterfahren.
Bilder bereitgestellt von Motobox Kremer
